Taufe

Fragen und Antworten

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Je näher die Taufe rückt, desto mehr Fragen kommen auf - hier gibt's die Antworten

Bild: iStockphoto/Courtney Keating

Ein Kind wird geboren und die Taufe steht an. Natürlich, irgendwie wusste man das. Aber je näher die Taufe rückt, desto mehr Fragen kommen auf. Eine Auswahl davon ist hier beantwortet.

Was bedeutet die Taufe?

Die Taufe ist in erster Linie die Zusage der Liebe und des Segens Gottes. Mit der Taufe wird der Täufling in die Gemeinschaft der Christinnen und Christen aufgenommen.

Zu welcher Zeit und an welchen Orten findet die Taufe statt?

Getauft wird in der Regel im normalen Sonntagsgottesdienst oder in einem Familiengottesdienst in einer der Kirchen der Ortsgemeinde. Manche KIrchengemeinden bieten an Samstagen spezielle Taufgottesdienste an, in denen meist mehrere Kinder getauft werden. Ein ganz besonderes Erlebnis ist die Taufe in der Osternacht, dem ursprünglichen Tauftermin in der alten Kirche. Orts- wie Terminfragen sollten rechtzeitig mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin abgesprochen werden.

Was ist eine Nottaufe?

Wenn ein Ungetaufter / eine Ungetaufte sehr krank ist und zu sterben droht, wird eine Nottaufe vorgenommen. Diese Taufe kann jeder Christ und jede Christin ausführen.

Was ist ein Taufgespräch?

Vor der Taufe wird ein Taufgespräch mit dem Pfarrer / der Pfarrerin vereinbart, in dem u.a. über die Bedeutung der Taufe, den Ablauf der Taufe und mögliche Taufsprüche gesprochen wird. Der Taufspruch – ein Vers oder eine Passage aus der Bibel – wird normalerweise von den Eltern ausgesucht.

Ich soll Pate/Patin werden. Was bedeutet das?

Pate oder Patin (Abkürzung für lateinisch „Pater spiritualis“ = “Geistlicher Vater“) ist ein kirchliches Amt. Die Paten übernehmen im Auftrag Gottes und der Eltern eine Mitverantwortung für das Patenkind. Sie begleiten das Kind auf seinem Lebens- und Glaubensweg. Oft erwächst daraus eine besondere, lebenslange Beziehung.

Unter welchen Voraussetzungen kann ich Pate oder Patin werden?

Damit die Paten ihre Aufgaben glaubwürdig übernehmen können, müssen sie Mitglieder einer christlichen Kirche sein, konfirmiert oder gefirmt sein und bei der Taufe anwesend sein.
Paten, die nicht in der Kirchengemeinde leben, in der die Taufe stattfindet, müssen ihre Mitgliedschaft mit einer Patenbescheinigung nachweisen. Sie erhalten diese rasch und unkompliziert im Pfarramt ihrer Kirchengemeinde (Falls Sie unsicher sind, zu welcher Kirchengemeinde der bayerischen Landeskirche Sie gehören, nutzen Sie unsere Gemeindesuche!). Katholische Christen erhalten in ihrem Pfarrbüro eine Bescheinigung über die Kirchenzugehörigkeit.

Was sind meine Aufgaben als Pate/Patin?

Im Gottesdienst versprechen Patinnen und Paten, dass sie ihrem Patenkind helfen, "ein lebendiges Glied der Kirche Jesu Christi zu werden". Dieses Versprechen kann sehr unterschiedlich erfüllt werden: indem die Paten eine gute Beziehung zu dem Kind aufbauen, ihm ehrlich auf seine Fragen antworten, ihm von seiner Taufe erzählen, es mit in den Kindergottesdienst nehmen, für es beten und ihm den christlichen Glauben vorleben.

Wann endet das Patenamt?

Das Patenamt im engen Sinne endet mit der Konfirmation und dem eigenständigen, mündigen „Ja“ des Jugendlichen zu seiner Taufe. Oft aber besteht zwischen Patenkind und Paten das ganze Leben lang ein besonderes Vertrauensverhältnis. Bei Kirchenaustritt ruht das Patenamt.

Kann ich das Patenamt wieder abgeben?

Ja, eine vorzeitige Beendigung des Patenamtes ist dann möglich, wenn der Pate oder die Patin aus eigenem Wunsch und vertretbaren Gründen um die Entbindung von dem Amt bittet. War dies die einzige Patin, kann eine neue Patin nachbenannt und ihr Name ins Kirchenbuch eintragen werden.

Welche Unterlagen brauchen wir für die Taufe unseres Kindes?

Bitte wenden Sie sich an Ihr Pfarramt, um einen Termin für das Taufgespräch und die Taufe zu vereinbaren. Dort erfahren Sie alles Notwendige. In der Regel benötigen die Paten eine Patenbescheinigung (vom Pfarramt am Wohnort der Paten).Wenn Sie als Eltern ein Familienstammbuch haben, bringen Sie es bitte zum Taufgespräch mit. Auf jeden Fall müssen Sie die Geburtsurkunde des Kindes und Ihre Personalausweise mitbringen.

Kann ich mein Kind gegen den Willen des anderen Elternteils taufen lassen?

Gegen den Willen entweder des Vaters oder der Mutter ist die Taufe des Kindes nur möglich, wenn dieser Elternteil nicht das Sorgerecht hat. Liegt das Sorgerecht aber gemeinsam bei Vater und Mutter, muss bei Entscheidungen, die für das Kind erhebliche Bedeutung haben wie die Taufe, Einvernehmen bestehen. Besteht kein Einvernehmen, sollten sich Eltern allein oder besser noch gemeinsam an eine Erziehungs- und Familienberatungsstelle wenden oder das klärende Gespräch mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin suchen. Können sich die Eltern überhaupt nicht einigen, kann (schlimmstenfalls) das Familiengericht angerufen werden.

Warum nennt man die Taufe ein Sakrament?

In der evangelischen Kirche gibt es zwei Sakramente: Taufe und Abendmahl. Beide wurden von Jesus selbst eingesetzt. In einer menschlichen Handlung wird die göttliche Dimension sichtbar. Normales Wasser wird durch die Verheißung Gottes in der Taufhandlung zu einem göttlichen Segen.

Was kostet die Taufe?

Grundsätzlich ist die Taufe für die Kinder von Kirchenmitgliedern kostenlos. Nur wenn Sie besonderen Blumenschmuck oder ausgefallene musikalische Einlagen wünschen, entstehen Ihnen Kosten.

Ist eine Segnung statt einer Taufe möglich?

Die Segnung ist in manchen evangelischen Gemeinden zur möglichen Ersatzhandlung für die Taufe geworden. Damit wollen die Eltern dem Kind später die Möglichkeit zur freien Entscheidung für die Taufe lassen. Das kleine Kind wird in einer gottesdienstlichen Handlung gesegnet. Trotzdem ersetzt die Segnung nicht das Sakrament der Taufe und begründet nicht die Kirchenmitgliedschaft.

Ihre Frage ist nicht dabei? Dann nehmen Sie mit ihrer Pfarrerin oder Ihrem Pfarrer Kontakt auf. Sie geben Ihnen gerne Antwort.