Es ist nie zu spät für die Taufe

Gibt es eigentlich das richtige Alter für die Taufe? Nein, denn sie hat in jedem Alter ihren Reiz.
  • Bei kleinen Kindern stehen der Dank und der Wunsch nach Schutz im Vordergrund 
  • Ältere Kinder erleben die Taufe bewusst mit
  • Säuglingstaufe: Gott liebt ohne Vorbedingung

Die einen sind gerade drei Wochen alt, die anderen wackeln an Mamas Hand in die Kirche. Wieder andere sind schon acht und sagen mutig ihr „ja“ zur Taufe. Aber auch Konfirmanden oder erwachsene Menschen lassen sich taufen.

Im Prinzip gibt es kein Richtig oder Falsch. Taufe kann in jedem Lebensalter passend sein. Sie kann sehr bald nach der Geburt erfolgen. Früher wurden Säuglinge sehr rasch getauft – aus der Angst heraus, sie könnten ungetauft und fern von Gott sterben. Heute vertrauen Christen auf die Liebe Jesu, der auch ungetaufte Kinder nicht fallen lässt. Wenn Kinder heute ganz jung getauft werden, dann aus dem Staunen über das Wunder der Geburt und aus dem tiefen Wunsch, das Kind möge behütet sein.

Der Religionsunterricht hat in Elisa das Interesse am Glauben geweckt. Sie erzählt von dem eindrücklichen Erlebnis ihrer Taufe in der Erlöserkirche Fürth-Dammbach. Imbissfilm / Michael Stehle; Idee: Christiane Lehner

Nicht selten brauchen aber die Eltern und Geschwister erst einmal Zeit, um sich an die neue Situation zu gewöhnen. In manchen Familien ist es auch Tradition, in einer bestimmten Jahreszeit zu taufen. Dann kann ein dreiviertel Jahr ins Land gehen, bis die Familie zur Taufe zusammenkommt. Auch das kann sehr schön sein: Die Taufe geschieht dann im Rückblick auf die erste gemeinsame Zeit. Es gibt gute individuelle Gründe, warum die Taufe auch erst nach eineinhalb oder zwei Jahren erfolgen kann. Dann allerdings müssen sich die Eltern darauf gefasst machen, dass die Taufe etwas unruhig wird.

Taufe von älteren Kindern

Anders ist es bei älteren Kindern. Kindergarten- und Grundschulkinder können auf ihre ganz eigene Art ganz tief erfassen, was in der Taufe geschieht. Sich mit ihnen gemeinsam auf die Taufe vorzubereiten, kann ein großer Gewinn für die ganze Familie sein. Jugendliche, die noch nicht getauft sind, gehen diesen Schritt oft vor der Konfirmation und lassen sich in ihrer Konfirmandengruppe taufen. Kurz vor dem großen Fest, an dem sie „ja“ zu Gott sagen, lassen sie sich von Gott zusagen: „Du bist mein Sohn, du bist meine Tochter. Du bist gewollt und geliebt.“

„Du bist mein Sohn, du bist meine Tochter. Du bist gewollt und geliebt.“

Für Erwachsene ist es meist eine besondere Erfahrung oder ein Einschnitt im Leben, der die Entscheidung zur Taufe mit sich bringt. Viele erinnern sich mit innerer Bewegung an ihr eigenes Ja zu Gott und die Zusage der Taufe. Manche lassen sich als Erwachsene taufen, weil sie in einem Staat aufgewachsen sind, in dem die Ausübung der (christlichen) Religion verboten oder verpönt war. Sie erleben es als Erleichterung, öffentlich zu ihrem Glauben stehen zu können. 

Wenn die evangelische Kirche sich für die Säuglingstaufe ausspricht, dann deshalb, weil diese am deutlichsten ausdrückt, welch ein Geschenk die Taufe ist: Gott liebt uns, unabhängig davon, ob wir das verstehen oder erwidern können. Noch ganz klein, ist der Mensch von Gottes Nähe umfangen.

Eine junge Frau erzählt, warum sie sich taufen lassen wollte und wie die Vorbereitungen mit der evangelischen Kirche und dem Pfarrer gewesen sind. Imbissfilm / Michael Stehle; Idee: Christiane Lehner

16.000

Erwachsenentaufen (nach Vollendung des 14. Lebensjahres) hat die EKD im Jahr 2018 gezählt. 

In drei Schritten zum passenden Bibelvers

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17.05.2021

Anne Lüters