Lieder - Lesungen - Gebete

Damit die Taufe persönlich wird

Baby bewundert eine Gitarre

Die richtigen Lieder präsentieren die Taufe von der schönsten Saite.

Bild: iStockphoto/DaveLongMedia

Der Termin steht fest und die Gäste sind eingeladen. Jetzt geht es an die Feinplanung. Doch welche Lieder sollen gesungen werden und welche Lesungen passen am besten? Eine kurze Zusammenstellung.

Das Taufgespräch ist vorbei, der Pfarrer war sehr entgegenkommend, jetzt liegt eine lange To-Do-Liste auf dem Tisch: Liedblätter drucken, Fürbitten verteilen und und und… Aber welche Lieder sollen es sein und welche Lesungen kommen in Frage? Wer aus Verwandtschaft und Freundeskreis ist bereit, eine Lesung oder ein Gebet zu übernehmen? Und wo nehmen Freunde und Familienangehörige Fürbitten her? Fragen über Fragen. Das Evangelische Gesangbuch und die Bibel bieten eine Vielzahl von Gestaltungsmöglichkeiten für die Taufe. Und auch Fürbitten sind keine Hexerei.

Der Rahmen: Musik und Gesang

Am zügigsten sollte die Musik geklärt werden. Ist die Familie sehr musikalisch und beteiligt sich gerne am Gottesdienst? Gibt es vielleicht einen Organisten im Freundeskreis? Sollte es unter den Gästen Experten geben, ist es entlastend, ihnen die musikalische Regie zu überlassen. Für gewöhnlich sind die Kirchenmusiker oder die Kirchenmusikerinnen der Gemeinde bereit, die Taufe feierlich zu umrahmen. Mit ihnen sollten außergewöhnliche Liedwünsche und Einbindung ortsfremder Musiker rechtzeitig besprochen werden. Bei der Liedauswahl sollte auf eine leichte Singbarkeit geachtet werden. Manchmal hat die Familie eine Geschichte mit einem bestimmten Lied – das sollte im Gottesdienst vorkommen. Gibt es keine Vorlieben, empfiehlt sich eine Mischung aus alten und neuen Kirchenliedern. Werden ausschließlich Lieder aus dem Gesangbuch gewählt, dann ist kein Liedblatt notwendig. Trotzdem entscheiden sich Eltern häufig dafür, ein Liedblatt zu gestalten oder von Freunden gestalten zu lassen. Es ist eine schöne Erinnerung an die Taufe.

Die biblischen Lesungen

An verschiedenen Stellen der Taufe werden Texte aus dem Neuen Testament verlesen: Ein Eingangspsalm, das Kinderevangelium, der Taufbefehl und natürlich der eigentliche „Tauftext“, dem auch der Taufspruch entnommen sein kann. Gemeinsam mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer können die Eltern beraten, welche Lesung am besten zu ihrem Kind passt.

Eingangspsalm

Oft ist es gar nicht leicht auszudrücken, was man empfindet, woran man glaubt, worauf man hofft. Zum Glück müssen wir nicht alles neu erfinden. Psalmen sind Gebete, in denen Menschen seit Jahrhunderten ihren Dank oder ihre Klage gegenüber Gott, ihre Sehnsucht und ihre Hoffnung wiederfinden. Hier einige Beispiele:

Gott, mein Herz ist bereit, ich will singen und spielen.
Wach auf, meine Seele! Wach auf, Psalter und Harfe! Ich will das Morgenrot wecken.
Ich will dir danken, Herr, unter den Völkern, ich will dir lobsingen unter den Leuten.
Denn deine Gnade reicht, so weit
der Himmel ist, und deine Treue, so weit die Wolken gehen.
Psalm 108, 2-5

Oder

Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.
Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes und dein Recht wie die große Tiefe.
Herr, du hilfst Menschen und Tieren. Wie köstlich ist deine Güte, Gott,
dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben!
Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom. Denn bei dir ist die Quelle des Lebens und in deinem Lichte sehen wir das Licht.
Psalm 36, 6-10

Oder

HERR, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht schon wüsstest. Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch, ich kann sie nicht begreifen. Wohin soll ich gehen vor deinem Geist und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht? Führe ich gen Himmel, so bist du da; bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da. Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort deine Hand mich führen und deine Rechte mich halten. Spräche ich: Finsternis möge mich decken und Nacht statt Licht um mich sein –, so wäre auch Finsternis nicht finster bei dir und die Nacht leuchtete wie der Tag. Finsternis ist wie das Licht. Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleib. Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. Es war dir mein Gebein nicht verborgen, als ich im Verborgenen gemacht wurde, als ich gebildet wurde unten in der Erde. Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war. Aber wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihre Summe so groß! Wollte ich sie zählen, so wären sie mehr als der Sand: Am Ende bin ich noch immer bei dir. Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich's meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.
Ps 139, 1-18.23-24

Der Lesungstext

Der Lesungstext vor der Predigt steht meist im Zusammenhang mit dem Taufspruch. Das muss aber nicht sein. Manche Texte eignen sich für die Taufe, auch wenn sie nicht zum Taufspruch gehören. Hier ein Beispiel:

Mt 6, 25-3
Jesus Christus sagt: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie? Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt? Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft. Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen.

Kinderevangelium

In den meisten Taufgottesdiensten wird die Geschichte von der Segnung der Kinder verlesen, das so genannte Kinderevangelium. Es erzählt davon, wie wichtig die Kleinsten für Jesus waren: So wichtig, dass er Erwachsene stehen ließ und sich Zeit für die Kinder nahm.

Sie brachten Kinder zu ihm, damit er sie anrührte. Die Jünger aber fuhren sie an. Als es aber Jesus sah, wurde er unwillig und sprach zu ihnen: Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie.
(Markus 10,13-16)

Jesus Christus spricht: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
(Matthäus 28, 18-20)

Fürbitten:

Die Fürbitten sind der Ort, an dem Familienmitglieder und Freunden mit ihren Wünschen und Bitten für den Täufling zu Wort kommen. Manchmal beteiligt sich hier die ganze Familie, auch die Kinder. Es ist immer etwas Besonderes, wenn die Beteiligten die Fürbitten selbst formulieren. Folgende Fragen können beim Formulieren helfen:

  • Was wünschen wir dem Kind (Gesundheit, Freunde, offenes Herz, Glauben,)
  • Für welche Menschen können wir heute beten (Eltern, Kinder der Welt, kranke, einsame, unglückliche Menschen,...)
  • Was wünschen wir uns für unsere Erde (friedliches Miteinander, Sicherheit für Familien und Kinder, lebenswerte Umwelt,…

Mögliche Fürbitten

für den Täufling

  • Lass dieses Kind Deine Liebe spüren und sich in Dir aufgehoben wissen
  • Lass es stets von Menschen umgeben sein, die ihm zuhören, ihm Hoffnung spenden und zur Seite stehen
  • Schenk diesem Kind Menschen, die es auf seinem Lebensweg begleiten und ihm zur Seite stehen
  • Lass es Deinen Segen spüren, so dass es ein Segen für andere Menschen werden kann.

für die Eltern und Paten

  • Lass sie dem Kind ein Vorbild sein in Leben und Glauben und sich ihrer Verantwortung stets bewusst sein
  • Lass Sie dem Kind so viel Sicherheit wie nötig und so viel Freiheit wie möglich schenken
  • Schenk Ihnen Kraft, Phantasie und Güte, um den Täufling auf seinem Lebensweg zu begleiten
  • Ermutige Sie in schwierigen Situationen durch deine frohe Botschaft

für Menschen in Not

  • Sei bei den Menschen, die ein schweres Schicksal zu tragen haben und heute nicht fröhlich sein können
  • Steh denen bei, die einsam, heimatlos, verlassen und ohne Hoffnung sind.
  • Tröste die, die erfüllt sind von Trauer und Traurigkeit um einen geliebten Menschen.
  • Suche diejenigen, die Dich aus den Augen verloren haben, und finde die, die nach Dir suchen

für Menschen, die in der Gesellschaft Verantwortung tragen

  • Lass sie weise Entscheidungen fällen, die den Menschen und der Welt gut tun
  • Lass sie in deinem Geist handeln, der Grenzen überwindet
  • Hilf ihnen, dass sie das Wohl der Menschen in den Mittelpunkt ihrer Entscheidungen stellen.
  • Ermutige Sie, die Welt immer wieder neu und anders zu denken und den ersten Schritt für das neue zu wagen

Gebet der Eltern

Guter Gott, wir danken dir für unser Kind

Du hast ihm die kleinen Hände gegeben. Wir wollen sie mit guten Dingen füllen. Dingen zum Spielen, zum Begreifen, zum Bearbeiten.
Du hast ihm die kleinen Füße gegeben. Wir wollen mit ihm gute Wege
gehen. Wege der Versöhnung, Wege zu Freunden, zum Frieden.
Du hast ihm die großen Augen gegeben. Wir wollen alles tun, damit
er Gutes zu sehen bekommt, Anlass zum Lachen, zur Freude, zum
Nachdenken

Du hast ihm den schönen Mund gegeben. Wir wollen uns bemühen, dass
er schmecke das Gute des Brotes, das Schöne der Worte, das Heitere
der Liebe

Du hast ihm den Verstand gegeben. Wir wollen uns anstrengen, ihn
auszubilden, Schönheit zu erkennen, Recht zu gewähren und Neues
zu entwerfen.

Herr, unser Gott, wir danken dir für dieses Kind.


10.07.2014 / Anne Lüters