Eine Taufkerze gestalten

„Am schönsten sind sie selbstgemacht“

Taufkerze

Schön und einmalig: selber gemachte Taufkerzen.

Bild: iStockphoto/cruphoto

Idas Kerze zeigt einen Baum, Noahs eine Arche, und Leas gar ein Aquarium. Taufkerzen zeigen die ganze Vielfalt christlicher Taufsymbolik – und können im Leben von Kindern eine wichtige Rolle spielen.

„Bringen Sie eine Taufkerze mit?“ Manchmal überrascht die Frage immer noch. „Ich dachte, das sei ein katholischer Brauch“, geben verblüffte Eltern dann zur Antwort. Es stimmt schon, dass die Taufkerze in der Evangelischen Kirche lange ein Schattendasein fristete. Aber seit etwa 20 Jahren hat fast jedes evangelisch getaufte Kind eine Taufkerze zu Hause stehen. Am Geburts- oder Tauftag werden sie aus dem Schrank geholt. Und immer öfters ist auf Taufeinladungen zu lesen: „Kinder bitte die Taufkerzen mitbringen!“ Auch Erwachsene lassen sich zu ihrer Taufe gerne eine Kerze schenken, die sie an das besondere Ereignis in ihrem Leben erinnern.

Aber woher eine Taufkerze nehmen? Natürlich kann man sie fertig kaufen. In kirchlichen Buchhandlungen, Kerzenläden oder über das Internet. Viel schöner ist es jedoch, wenn sie selbst gemacht und ganz einmalig sind – und wenn der Täufling noch nach vielen Jahren weiß: Die hat meine Patin gemacht!“

„Beim ersten dachte ich noch, ich sei dafür nicht kreativ genug!“, erinnert sich Eva Berger lachend. Was sollte sie denn mit buntem Wachs auf eine solche Kerze kleben? Doch zwei weitere Patenkinder und noch mehr Taufkerzen später fühlt sie sich schon fast als Expertin. „Es macht richtig Spaß, sich zu überlegen: „Was passt zu dem Kind und seinem Taufspruch?“, und es dann symbolisch umzusetzen.“ Die erste Kerze war noch recht klassisch: ein Kreuz und Wassertropfen. Später traute sie sich mehr zu. Sie begann einen Baum zu gestalten, der für sie Wachstum, Standfestigkeit und Verwurzelung symbolisierte.

Wie Eva Berger finden viele Eltern oder Paten Geschmack am Gestalten einer Taufkerze, wenn sie erst einmal angefangen haben. Denn der Kreativität sind fast keine Grenzen gesetzt: Ein farbenfroher Regenbogen steht für Frieden und die Zusage Gottes, die ein Mensch durch die Taufe erfährt. Im Taufspruch kommen Hände vor? Wäre es dann nicht eine schöne Idee, kleine Hände auf die Kerze zu kleben oder zu malen? Und wer an seinem Ideenreichtum zweifelt: im Freundeskreis oder vielleicht sogar in der eigenen Familie und Verwandtschaft findet sich bestimmt jemand, der seiner Fantasie gerne freien Lauf lässt.

A & O (Alpha & Omega)

„Alpha“ ist der erste Buchstabe, „Omega“ ist der letzte Buchstabe des klassischen griechischen Alphabets. Sie zeigen, dass Gott Zeit und Welt umspannt und „von Anfang bis zum Ende“ bei den Getauften ist.

XP

„XP“, ist das „Christusmonogramm“. X (Chi) und P (Rho) sind im Griechischen die ersten beiden Buchstaben von Christus.

Fisch

Der Fisch gehört zu den bekanntesten Taufsymbolen. Auch wenn das sehr gut passt: Der Fisch symbolisiert nicht die Freiheit des Christenmenschen, wie ein „Fisch im Wasser“ zu schwimmen und hat auch ursprünglich nicht unmittelbar mit dem Taufwasser zu tun. Es ist wieder ein Symbol für Christus. Der griechische Namen für Fisch, „ICHTHYS“, ist eine Abkürzung für die Wortfolge: Iesous Christos Theou Yios Soter – „Jesus Christus, Gottes Sohn, Erlöser“. In der Zeit der Christenverfolgung diente der Fisch als Erkennungszeichen für die Zugehörigkeit zum christlichen Glauben.

Taube

Die Taube symbolisiert den Heiligen Geist. Das ist im Neuen Testament mehrfach belegt: Bei der Taufe Jesu beispielsweise kommt der Geist Gottes in Gestalt einer Taube auf ihn herab (Mk 1,10). Zudem gilt die Taube als Symbol des Friedens.

Wasser

Das Wasser ist neben dem biblischen Wort das wichtigste Element in der Taufe. Es gilt als Symbol der Reinheit, des neuen Lebens und des Lebensflusses. Jesus sprach von sich selbst als „lebendiges Wasser“.

Arche

Auch die Arche Noah, die Menschen und Tieren ein schützender Hort ist, ist ein klassisches christliches Symbol. Die Arche symbolisiert auch den Glauben, der auf den Wellen des Lebens schwimmt und mitunter stark schwanken kann, jedoch vom Wasser stets getragen wird und niemals untergeht.

Drei Dinge dürfen für sie auf keiner Kerze fehlen, sagt Eva Berger: Der Name, das Datum und das Kreuz. „Es geht doch um die Erinnerung“ meint die dreifache Patin, „und darum, dass Gott meine Patenkinder beim Namen gerufen hat.“ Wenn er nicht zu lang ist, findet auch der Taufspruch seinen Platz. „Die Eltern haben sich Mühe gegeben ihn herauszusuchen. Da soll er nicht in Vergessenheit geraten.“


08.07.2014 / Anne Lüters