Müssen wir evangelisch sein?

Welche Rolle spielt die Konfession?

Kirchturmspitze vor blau-weißem Himmel

Taufe ist auch Eintritt in die Kirche - deshalb spielt die Konfession eine Rolle

Bild: istockphoto/Sabine Katzenberger

Kann ich Paul taufen lassen, wenn ich in keiner Kirche bin? Was, wenn mein Mann katholisch ist? Müssen Paten evangelisch sein und gibt es eine ökumenische Taufe? Fragen rund um die Konfession.

Wenn es an das Taufen geht, herrscht oft eine große Unsicherheit: Wie ist es mit der Kirchenzugehörigkeit? In konfessionsverbindenden Ehen steht bei der Taufe des ersten Kindes die Entscheidung an, welche Konfession in der Familie vorherrschen soll. Eltern fragen sich, ob sich in ihrem Freundeskreis überhaupt Kirchenmitglieder finden, die als Paten in Frage kommen – müssen sie jetzt auch noch nach Evangelischen suchen?

Taufe wird manchmal als „ökumenisches Sakrament“ bezeichnet. Das bezieht sich darauf, dass dieses Sakrament von allen großen Kirchen anerkannt wird –auch wenn es in einer anderen Konfession vollzogen wurde. Also: Wenn ein Christ von der evangelischen in die katholische Kirche übertritt oder Jahre nach einem Austritt wieder in die evangelische eintritt, dann muss er nicht neu getauft werden. Ganz gleich, welche verschlungenen Glaubenswege er in der Zwischenzeit gegangen ist – die Taufe bleibt ihm ein Leben lang erhalten.

Taufe ist auch Eintritt in eine Kirche

„Ökumenisches Sakrament“ heißt jedoch nicht, dass die Taufe selbst ökumenisch vollzogen werden kann. Taufe ist immer mit der Mitgliedschaft in einer bestimmten Kirche und damit auch Konfession verbunden. In der Regel wird das Kind in der Konfession der Eltern getauft – ein Kind zweier Katholiken wird nicht evangelisch werden. Ist die Ehe konfessionsverbindend, entscheiden die Eltern, in welcher der beiden Konfessionen ihr Sohn oder ihre Tochter aufwachsen soll. Ist ein Partner aus der Kirche ausgetreten, wird das Kind in der Konfession des anderen Partners getauft. Sind beide Eltern aus ihrer Kirche ausgetreten, so liegt es im Ermessen der Kirchengemeinde, ob das Kind trotzdem getauft werden kann. Wird das Kind evangelisch getauft, so ist dies übrigens der einzige Fall, in dem ein Pate evangelisch sein muss - als Bindeglied zur Kirchengemeinde.

Paten müssen in der Kirche sein

Bei allen anderen Taufen ist es wünschenswert, aber nicht notwendig, dass einer der Paten in der evangelischen Kirche ist. Als Trägerinnen und Träger eines kirchlichen Amtes müssen alle Patinnen und Paten aber Mitglied einer der Kirchen der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen sein. Gerade im katholischen Teil Bayerns sind die Paten oft katholisch. Das kann für das Patenkind eine Chance sein, auch die andere Konfession kennen zu lernen.


10.07.2014 / Anne Lüters