Taufe in welchem Alter?

Es ist nie zu spät, getauft zu werden

Menschen verschiedenen Alters

Beim Thema Taufe gibt es kein "Richtig" oder "Falsch", kein "zu jung" oder "zu alt"

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Die einen sind gerade drei Wochen alt, die anderen wackeln an Mamas Hand in die Kirche. Wieder andere sind schon acht und sagen mutig ihr „ja“ zur Taufe. Gibt es eigentlich das richtige Alter?

Im Prinzip gibt es kein Richtig oder Falsch. Taufe kann in jedem Lebensalter passend sein. Sie kann sehr bald nach der Geburt erfolgen. Früher, zu Martin Luthers Zeiten, wurden Säuglinge sehr rasch getauft – aus der Angst heraus, sie könnten ungetauft und fern von Gott sterben. Dies befürchten heute die wenigsten. Einerseits, weil die Kindersterblichkeit nicht mehr so hoch ist wie damals, andererseits weil Christen heute auf die Liebe Christi vertrauen, der auch ungetaufte Kinder nicht fallen lässt. Wenn Kinder heute ganz jung getauft werden, dann aus dem Staunen über das große Wunder der Geburt und aus dem tiefen Wunsch, dieses zerbrechliche und schutzbedürftige Kind möge behütet sein.

Nicht selten brauchen aber die Eltern und Geschwister erst einmal Zeit, um sich an die neue Situation zu gewöhnen und einen Rhythmus zu finden. In manchen Familien ist es auch Tradition, in einer bestimmten Jahreszeit zu taufen. Dann kann ein halbes, dreiviertel Jahr ins Land gehen, bis die Familie zur Taufe zusammenkommt. Auch das kann sehr schön sein: Die Eltern haben ihr Kind besser kennen gelernt und die Taufe geschieht dann im Rückblick auf die erste gemeinsame Zeit, aus großer Dankbarkeit für das kleine Wesen, mit dem man schon so viel entdecken und erleben durfte.

Taufe von älteren Kindern

Es gibt gute individuelle Gründe, warum die Taufe auch erst nach einem oder eineinhalb Jahren erfolgen kann. Dann allerdings müssen sich die Eltern darauf gefasst machen, dass die Taufe etwas unruhig wird. Es ist schwer, einem unternehmungslustigen Kleinkind, das noch nicht verstehen kann, was um es herum passiert, klar zu machen, warum es so lange still sitzen soll. Anders ist es bei älteren Kindern. Kindergarten und Grundschulkinder können auf ihre ganz eigene Art ganz tief erfassen, was in der Taufe geschieht. Sich mit ihnen gemeinsam auf die Taufe vorzubereiten kann ein großer Gewinn für die ganze Familie sein.

Jugendliche, die noch nicht getauft sind, gehen diesen Schritt oft vor der Konfirmation und lassen sich in ihrer Konfirmandengruppe taufen. Kurz vor dem großen Fest, an dem sie „ja“ zu Gott sagen, lassen sie sich von Gott zusagen: „Du bist mein Sohn, du bist meine Tochter. Du bist gewollt und geliebt.“ Gerade in der Gemeinschaft der Jugendlichen kann das ein bewegender und eindrücklicher Moment sein.
Wenn die Evangelische Kirche sich trotzdem für die Säuglingstaufe ausspricht, dann deshalb, weil diese am deutlichsten ausdrückt, welch ein Geschenk die Taufe ist: Gott liebt uns, unabhängig davon, ob wir das verstehen oder erwidern können. Noch ganz klein ist der Mensch von Gottes Nähe umfangen.


/ Anne Lüters